Jahresblanz der Autofirma Adam Opel A.G für 1936

Der Nationalsozialistische Wirtschaftsdienst schrieb 1936:
-Die Schulden der industriellen und gewerblichen Unternehmungen befinden sich in ständigem Rückgang, die stillen Reserven, die unbelasteten Eigenanlagen dagegen in ständiger Ausdehnung; die Fähigkeit, sich selbst zu Finanzieren oder in andere Kapitalanlagen zu gehen, wird immer größer
Es ist deshalb heute schon sehr die Frage, ob die Geldkapitalbildung der Wirtschaft nicht das Maß bereits überschritten hat,


Dass dieser Feststellung die Zustimmung nicht zu versagen ist, zeigt z.B. die Jahresbilanz der Autofirma Adam Opel A.G. für 1936.
Allerdings ist die Dividende sehr bescheide. Sie ist mir 6% und einem Betrag von 3,6Mlilionen RM  nicht höher als die von 1935.Allerdings ist 1935 seit vielen Jahren zum ersten Male überhaupt ein Bilanzgewinn gezeigt worden.
Noch das Jahr 1933, also im ersten Hitlerjahr, ergab einen Verlust von mehr als 11 Millionen, als fast 20% des 60 Millionen  RM betragenden Aktienkaitals. Die Dividende ist aber nur ein kleiner Teil des von der Firma selbst ausgewiesenen Jahresgewinnes, weil dessen  weitaus größerer Teil zur Reservenbildung, also zur Vermehrung des Eigenkapitals verwendet wird. Dieser jahresmäßige Jahresgewinn beläuft sich auf 19,9 Millionen RM, also ein Drittel des Aktienkapitals. Die Firma Opel ist aber in Bezug auf den zur Schau gestellten gewinn sehr zurückhaltend, denn bei einer Zunahme der Produzierten Waren um 18% war  nur von 19,8 Millionen auf 19,9 Millionen RM gestiegen, demnach nur etwa ein 1 halbes Prozentes gibt ein einigermaßen zuverlässigen Gradmesser für die wirkliche Gewinnsteigerung, das ist die Besitzsteuern, den man kann wohl nicht annehmen, dass ein Unternehmen, selbst im Dritten Reich, mehr Steuern entrichtet, als es unbedingt muss. Die Ausgaben der Steuern betrugen 1933 900,000 RM, 1935 das Zehnfache, 9,3 Millionen, und 1936 11,7 Millionen.das ist im Jahr eine Steigerung um 26%, nicht um 1 halbes Prozent. Die Firma hat also die Zunahme ihres Jahresgewinns selbst um das Zehnfache höher eingeschätzt, als sie in ihrer Bilanz ausgewiesen hat.
Die Abschreibung, die Opel sich aus seinen riesigen Überschüssen leisten kann, sind Überabschreibungen, also eigentlich Reserven, die Reserven keine echten Reserven sondern versteckte gewinne. Reserven und Abschreibung zusammen sind nicht von 29 Millionen RM 1933 auf 60 Millionen RM 1935 und 83 Millionen im Jahre 1936 gestiegen, also auf einen Betrag, der das Aktienkapital um 23 Millionen, also um ein Viertel übersteigt.das Eigenkapital von 1936 beträgt demnach nicht 60 Millionen RM sondern 149 Millionen gegen 89 Millionen RM 1933.
Diese riesigen Abschreibungen zeigen, dass der weitaus größere Teil der umfangreichen Neuanlagen aus laufenden Überschüssen bestritten werden konnte.

Das Ersatzteilgeschäft der Adam-Opel-Aktiengesellschaft und ihr Verhältnis zur Ersatzteile-Industrie und-Handel

Opel Wege zum Gewinn im Ersatzteilgeschäft


1937

 

Opel begeht sein 75jähriges Firmenjubiläum und konzentriert sich nun auf die Automobilproduktion.

Ebenfalls 1937 kommt das neue Flaggschiff, der Opel Admiral, mit einem 3,6 l Sechszylinder-Motor auf den Markt.

Die Produktion von Kühlaggregaten für Frigidaire Haushaltskühlschränke wird in Rüsselsheim aufgenommen.

 

1938

In den Werkstatt wurde eine, auch nach heutigen Gesichtspunkten, moderne Servicestation zur schnelleren Wartung von GM- und Opel-Fahrzeugen eingerichtet. Dabei handelte es sich um die modernste Service-Anlage dieser Art.

 

1939

 

Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde der gesamte Betrieb im Zuge der Kriegsbewirtschaftung zum Heimat-Kraftfahr-Park erklärt. In diesem Zusammenhang arbeitete die Werkstatt ausschließlich für den HKP und der Verkauf von Fahrzeugen an Privatpersonen kam vollständig zum Erliegen.